Volle Kraft für die Kinder- und Jugendversorgung in Bayern

Das Gesundheitswesen in Deutschland befindet sich in einer Phase des Wandels. Erfreulicherweise werden hierzulande immer mehr Menschen bei bester Gesundheit immer älter. Dies ist der Erfolg besserer Lebens- und Arbeitsbedingungen und einer immer leistungsfähigeren Medizin. Es ist eine der größten politischen Herausforderungen unserer Zeit, diese medizinischen Errungenschaften für alle Menschen finanzierbar zu halten.

Unsere Gesellschaft hat andererseits eine rückläufige Geburtenrate, also einen Rückgang an Kindern und Jugendlichen zu beklagen. Außerdem erleben wir tagtäglich in unseren pädiatrischen Praxen die Veränderung von Krankheitsbildern, an denen unsere jungen Patienten leiden. Wir sehen neue Umwelterkrankungen, Allergien, Entwicklungsstörungen, die drastisch zunehmen. Wir sehen zunehmend Schul- und Erziehungsprobleme, Fettleibigkeit aufgrund von falscher Ernährung und Lebensführung, motorische Störungen, Vernachlässigung und Gewalt.

Die Anforderungen an die Kinder- und Jugendmedizin haben sich in den letzten Jahren sichtbar verändert. Unsere Berufsgruppe hat darauf reagiert, neue Vorsorgekonzepte und neue Therapieleitlinien wurden entwickelt. Um die Risiken für Kinder rechtzeitig zu erkennen und entsprechend gegensteuern zu können, arbeiten niedergelassene Kinder- und Jugendärzte eng mit öffentlichen Einrichtungen, wie den Jugendämtern, sozialpädiatrischen Zentruen, Jugendfürsorgeeinrichtungen, Geburtskliniken, etc. zusammen.

Leitfibeln werden entwickelt, wie der Baby-Kompassder mit dem bayerischen Hebammenverband konsentiert und unter Mithilfe des bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit herausgegeben wurde.

Die niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte sind die Hausärzte der Kinder und Jugendlichen in Bayern. Die Krankenkassen, die bayerische Politik und die Ärzteschaft sind sich weitgehend einig, dass Kinder und Jugendliche in ihrer medizinischen Versorgung nicht einfach wie "kleine Erwachsene" behandelt werden können. Sie haben ihre altersspezifischen Probleme und ganz eigene Gesundheits- und Entwicklungsaspekte. Diesen völlig anderen Anforderungen wird in Bayern vielfach durch spezifizierte "pädiatriezentrierte" Verträge Rechnung getragen.

Kinder- und Jugendärzte fungieren für junge Familien in Bayern  als ein vertrauter Lotse durch das Gesundheitssystem und arbeiten, wo immer möglich, eng mit den übrigen beteiligten Facharztgruppen zusammen. Traditionelle Gemeinsamkeiten und der Wille zur Kooperation besteht auch gegenüber den Fachärzten für Allgemeinmedizin, die ebenfalls einen bemerkenswerten Anteil an der Versorgung Minderjähriger schultern und dabei unsere volle Unterstützung genießen.

M. Lang, Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte e.V. in Bayern

Interview Dr. Martin Lang:

Facharzt.de: BVKJ in Bayern: Ausstieg der Hausärzte hätte gefährliche Spaltung der Ärzteschaft zur Folge (PDF)

AZ: Doktor gegen Doktor (PDF)